Ziggy Szalla

Ziggy+Szalla passbildMalerei, Grafik, Kostüme

geboren 1943

 

 

ziggy-portal-montage

Ausstellungen

1963-64 Werkkunstschule Köln, Malklasse Karl Marx – 1964-66 Kunstakademie Düsseldorf, Malklasse Macketanz – 1970-72 Kostümbildnerin am Schauspielhaus Bochum, Staatstheater Karlsruhe, Stuttgart und Bonn Schauspielhaus – 1971-72 Ausstellungen in der Commerzbank Bochum und Museum Bochum, Junge Bochumer Künstler – 1979-2000 Ausstellungen und Verkäufe in Köln, Andalusien,London (u.a. Verkauf an Charles Saatchi), Marbella, Madrid, Mallorca – 2009 Wesseling (“Fragmente einer skurril-schönen Welt”)

 

Bei Ziggy Szalla (1943) wird der Mensch im Alltagsleben oft in grotesker Übersteigerung gegeißelt, so wie es im Theaterspiel dramatisiert vorkommt, einer Welt, der sie ihr ganzes Leben verpflichtet bleibt. Dabei gibt es auch lebenspralle und –bejahende Figuren, die aber immer wieder in der Gefahr des Umkippens ins Lächerliche, satirisch Gemeinte oder Morbide sind. Wer die immer heiter gestimmte Künstlerin kennt, ist fasziniert von ihrer Fähigkeit, sich von Alpträumen und förmlich erschlagenden Alltagserlebnissen über diese Arbeiten befreien zu können, ein geradezu herkulisches, menschlich nachahmenswertes Vermögen.

Neben den Bildern 1 und 4 waren folgende Bilder in der Ausstellung zu sehen, die Ziggy Szalla fast alle eigens dafür gestaltete:

 Katalogstext

Ziggy Szallas Ensemble im Katalog und in der Ausstellung fasziniert von den – fast tranceartig – voriges Jahr  entstandenen Arbeiten her nach Vereinbarung ihrer Teilnahme an den „Realistischen Positionen“. Ich hatte ihr Oeuvre als „skurril-grotesk“ schon einmal 2009 anlässlich ihrer retrospektiveartigen Präsentation im Wesselinger Kunstverein vorgestellt (vgl. die Fotos zur Ausstellung auf der Internetseite des Kunstvereins Wesseling). Dieses Konzept hat sie inzwischen weiter präzisiert und differenziert, da das Rätselhafte, nicht Verbalisierbare, ihr sowieso auf den Leib geschrieben, immer schon im Focus standen. Auffällig sind in der neuen Serie immer wieder auftretende groteske Elemente als Assistenzfiguren :
Die seltsamen Spielfiguren in „Überdruss“, das hundeartige Reptil mit Zylinderhut und Fahne in „Little Hope“ oder die kleinen moppelartigen Hunde zusammen mit seltsamen Porträtgestalten, die sie eigentlich im Alltag irgendwo gesehen hat. Derartige Menschentypen prägen sich ihr in Form von Wirkungsaspekten ein, die sie metaphorisch in den erfundenen tierischen Ulk- oder Spuk-Wesen über die nicht eindeutig einzuordnende  Mimik und Gestik hinaus veranschaulicht. Dabei ist das aus dem Bühnenbereich Kostümierte, Dramatisierte der Figuren in deren Verhaltensmodalitäten ihr persönlicher Fundus, aus dem heraus sie lebt und erfíndet (Zitatverweis von 2009: … ist für Ziggi Szalla die Kunst sicherlich ein vertrautes Gefilde, das man mit Fug und Recht ihre Heimat  nennen kann.)

Welche Lebenssituation verkörpern wohl die als Mann und Frau vorstellbaren beiden Figuren in „Der große Überdruss“? Wie in einer römischen Arena werden die marionettenartigen Figuren von den beiden, allerdings fast wie unbeteiligt, traktiert. Zwei Spielfiguren sind schon außerhalb dieser Direktiven, aber in der Pose des Hilfesuchens oder Erschlagen-Seins. Dabei sind diese erfundenen Gestalten, zu Marionettenwesen herabgestuft, eher lebendige Menschen, in grotesker Weise  unterschieden von den fast erstarrten, menschlich erstorbenen beiden Protagonisten, die das alles inszenieren, geschehen lassen. Eine saturierte Welt voller Dekadenz, wie sie einem eher bei Neureichen oder den Jongleuren unserer Finanzwelt so anschaulich vorstellbar ist, ist im Verhalten korrupt, gesellschaftsgefährdend und unheilvoll – so, wie wir unsere heutige Welt mit Terror, Atomdrohungen und Finanz-Debakeln täglich verdauen müssen.

Ihre Grafiken gewinnen immer wieder Monumentalität und Intensität, nicht nur durch Format, Verdichtungen und ungreifbare Gefühlszustände. Wenn Satan noch mit feixender Spottlust, wenn auch abgründig, mit seiner Merde-Geste beim Abschied von Ziggy Szalla aus Europa biografisch einzuordnen ist, bleibt man fassungslos an einer grimmig dreinschauenden alten Dame hängen angesichts ihrer unerklärlich abweisenden Mimik. Die Interieur-Szene im „Teodoro“-Bild bleibt im geheimnisvollen Dunkel. Beim Stier, dem Straßenbahn-Typ von „Zu Spät“ oder der Frau des Matadors (La Mujer del Matador)  wird man deutlich auf unseren Alltag verwiesen, der aus ihrer Perspektive realistisch in der Weise zu erleben ist, dass wir uns nicht unbedingt entspannt zurücklehnen können, sondern eher immer auf der Hut vor Überraschungen sein müssen. So führen die Protagonisten auf ihrer Bildbühne stellvertretend immer wieder vor Augen, dass das alltägliche Leben voller Klippen und Unwägbarkeiten ist, denen man sich unversehens wie beim Vogeltod in „The Bird“ ausgesetzt sehen kann.                 Ekkehard Drefke, 1.5.2013

 

One comment on “Ziggy Szalla

  1. Helga Scheu on said:

    Liebe Frau Szalla,
    nach unserem gemeinsamen Besuch in Wesseling war ich nun doch sehr neugierig auf Ihre Bilder und habe mich gefreut, einige im Internet zu finden. Ich freue mich auf Ihre Ausstellung!
    Liebe Grüße
    Helga Scheu

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